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Schwelgen in Erinnerungen – Besuch ehemaliger Studierender

Schwelgen in Erinnerungen – Besuch ehemaliger Studierender

© Arved Altena

Anfang Oktober wurde auf dem Unicampus Herrenhausen eine Gruppe ehemaliger Studierender, die 1969 hier studierten, in Empfang genommen. Im Ruhestand kam der Wunsch auf, ein Treffen in den alten Räumlichkeiten der Universität und auf dem Campus stattfinden zu lassen. Studentische Hilfskräfte des Lehrgebietes Pflanzenverwendung führten durch die Räumlichkeiten und über das Unigelände Herrenhäuser Straße 2 und konnten dabei einigen Anekdoten lauschen.

Es wurden viele Veränderungen auf dem Gelände und im Gebäude wahrgenommen und lebhaft davon erzählt, wie das Studium vor über 50 Jahren auf dem Campus war. Planbesprechungen fanden damals in einem Raum mit vertieft liegendem Korrekturtisch statt, der von den Studierenden scherzend als „Badewanne“ bezeichnet wurde. Ein zentraler Ort des Studierendenalltags war auch zu ihrer Studienzeit der Zeichensaal. Hier gehörte der Papagei eines Kommilitonen schon fast zum Inventar, auch wenn er mit seinen Hinterlassenschaften auf frisch gezeichneten Plänen immer wieder für Unmut sorgte.

Die Identifikation mit dem Studienort war groß. Auf dem Campus fand nicht nur der Studienalltag mit dem Besuch der Lehrveranstaltungen und Arbeitstreffen der Projektgruppen statt, man traf sich zum persönlichen Austausch ebenso wie zum Feiern.

Insbesondere die (feuchtfröhlichen) Zusammenkünfte in den Mauergärten waren legendär. Die Höfe trugen zu dieser Zeit noch den Namen des ehemaligen Leiters des Instituts für Landespflege, Landschafts- und Gartengestaltung, Werner Lendholt („Lendholtgärten“), der als Nachfolger Heinrich Wiepkings die Gartenhöfe baulich beendete.

Die Diskussionen, die Anfang der 1970er-Jahre über die Rolle der Profession und der damaligen Hochschullehrenden während der NS-Zeit angestoßen wurde, hallten auch in den Gesprächen an diesem Tag nach. Die Mauergärten dienen also weiterhin nicht nur als Anschauungsobjekt gestalterischer Qualitäten der Nachkriegszeit, sie bieten auch einen räumlichen Kontext für eine Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Profession. Hierzu lädt die Anlage seit Sommer 2022 offiziell wieder alle Interessierten ein.