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Lisa Seiler
Medellín, Kolumbien
Inform@Risk
Stärkung der Resilienz informeller Siedlungen gegen Erdrutschgefährdung durch die Vernetzung von Frühwarnsystemen, Web-Technologien und Landschaftsplanung in partizipativen Prozessen - Fallstudie (BMBF)
2019-2022
Das vom BMBF geförderte Projekt Inform@Risk entwickelte innovative Strategien zur Stärkung der Resilienz informeller Siedlungen gegen Erdrutschgefährdungen in der Anden Region; dort steigt die Zahl gefährdeter Menschen durch unkontrollierte Urbanisierung und Folgen des Klimawandels kontinuierlich. Umsiedlungen überfordern Kommunen und Verwaltungen mit begrenzten finanziellen Mitteln. Frühwarnsysteme bieten dazu eine wirksame Alternative, allerdings sind die Einsatzmöglichkeiten in Entwicklungsländern aufgrund eingeschränkter Genauigkeit und hoher Kosten bisher limitiert. Inform@Risk verfolgte die Entwicklung eines kostengünstigen und ortsspezifischen Frühwarn- und Evakuierungssystems, das speziell an die komplexen räumlichen und sozialen Bedingungen informeller Siedlungen angepasst ist.
Das deutsche Team, das Kompetenzen der Geotechnik, Geomantik sowie Landschaftsarchitektur umfasste, arbeitete vier Jahre mit einem kolumbianischen Team aus Expert*innen des Katastrophenmanagements (DAGRD), Stadtplaner*innen (urbam, EAFIT), Sozialarbeiter*innen, Bürgerinitiativen und betroffenen Bewohner*innen der Stadt Medellín zusammen um einen ersten Prototyp eines Erdrutschfrühwarnsystems zu entwickeln. Das Pilotprojekt wurde in einem erdrutschgefährdeten, informell besiedelten Gebiet am Stadtrand von Medellín durchgeführt. Die Aufgabe der Landschaftsarchitektur bestand in der sozialräumlichen Einbindung der technischen Elemente in die informelle Siedlung. Das Pilotprojekt endete mit einer einjährigen behördlichen Testphase in 2023.
Trotz enger Entwicklungszusammenarbeit mit der Stadt Medellín (über 200 Koordinationstreffen) konnte die Sensortechnik des Prototyps aus administrativen und rechtlichen Hindernissen letztendlich nicht von den zuständigen Behörden übernommen werden. Die Stadt Medellín ist im Prozess in eigenen Pilotprojekten Sensortechnik für die Überwachung von erdrutschgefährdeten Hängen zu entwickeln, sowie Bürger*innen stärker einzubinden. Die im Forschungsprojekt entwickelte Sensortechnologie hat sich inzwischen zur Überwachung von Erdbewegungen in Deutschland und im europäischen Ausland bewährt.
Weitere Informationen finden Sie auf unserem Instagram Account @informatrisk, oder in der Veröffentlichung:
Werthmann, C., Sapena, M., Kühnl, M., Singer, J., Garcia, C., Breuninger, T., Gamperl, M., Menschik, B., Schäfer, H., Schröck, S., Seiler, L., Thuro, K., and Taubenböck, H.: Insights into the development of a landslide early warning system prototype in an informal settlement: the case of Bello Oriente in Medellín, Colombia
Projektkoordination: Prof. Christian Werthmann, Dr. Carolina Garcia Londoño, Dr.-Ing. Heike Schäfer, MSc. Lisa Seiler, Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz Universität Hannover
Deutsche Partner: Prof. Dr.Kurosch Thuro, Lehrstuhl für Ingenieurgeologie/ Technische Universität München, Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Technologie Campus Freyung/ Technische Hochschule Deggendorf, Prof. Dr. Hannes Taubenböck, Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum/ DLR, Dr. John Singer, AlpGeorisk/ Unterschleißheim, Dr. Klaus Martin, SLU/ München
Kolumbianische Partner: Prof. Alejandro Echeverri, MSc. Isabel Basombrio, EAFIT/ Urbam, City of Medellín, Dr. Laura Duarte, DAGRD, Sociedad Colombiano Geologico, Comvivamos, Fundación Paloma, residents of Bello Oriente
Gefördert vom BMBF, Laufzeit 2019 –2022, Förderkennzeichen 03G0883A-F
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Team Inform@Risk
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