Institut für Landschaftsarchitektur Lehr- und Forschungsgebiete Geschichte der Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege Aktuelles
Einladung zur Matinée: Vom „großen Parterre“ zur „kleinsten, unteilbaren Einheit“ – Leibniz, Herrenhausen und die Philosophie der Blätter

Einladung zur Matinée: Vom „großen Parterre“ zur „kleinsten, unteilbaren Einheit“ – Leibniz, Herrenhausen und die Philosophie der Blätter

© Coptograph/VolkswagenStiftung
Ansicht des Großen Gartens in Hannover

In der kommenden Herrenhausen Matinée der VolkswagenStiftung am 20. September diskutieren Prof. Dr. Horst Bredekamp und Dr. Ariane Walsdorf über den visionären Blick des Philosophen und Mathematikers Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) auf das große Ganze – zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Gottesidee 

Der Große Garten von Schloss Herrenhausen weckt Fantasien. Noch immer versprüht er französisches Flair, italienische Eleganz und den geistreichen Esprit der Barockzeit. In dieser Epoche, vor 350 Jahren, philosophierten Leibniz und die gebildete und scharfsinnige Kurfürstin Sophie von Hannover (1630-1714) zwischen seinen Buchsbaumhecken – persönlich und auf Augenhöhe. Damals schon setzten sie sich mit Themen auseinander, die die Menschen der Gegenwart noch immer interessieren. Der Blick ging vom kleinsten Element auf das große Ganze. 

Später sollte Leibniz aus diesen Gesprächen seine Metaphysik entwickeln. Er fand eine Synthese aus den Erkenntnissen der Naturwissenschaft seiner Zeit und der Idee von einem Schöpfergott. Eindrucksvoll bildete das Genie eine Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft, Politik, Philosophie und Theologie. Faszinierend ist die große Komplexität seines Denkens und sein Anspruch, das Leben, die Welt, das Universum und die Wirklichkeit vollständig und umfassend – also im Ganzen – zu erschließen. 

Welche neuen Denkräume am Rande unseres Erkenntnishorizontes eröffnen uns seine Schriften noch heute? Prof. Dr. Horst Bredekamp, Senior Researcher im Exzellenzcluster 'Matters of Activity' am Institut für Bild- und Kunstgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, spricht über: “Leibniz und die Formkraft der Natur und Kunst”. Dr. Ariane Walsdorf, Wissenschaftskommunikatorin mit dem Schwerpunkt Leibniz an der Leibniz Universität Hannover hält ihren Vortrag über: “Leibniz und die Entdeckung der Mikrobiologie”. Die Moderation und Einführung übernimmt der ehemalige Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Wilhelm Krull. 

Termin und Ort: Sonntag, 20. September 2026, 11:00-14:00 Uhr, Eintritt: frei, Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover. Die Matinée ist eine Veranstaltung der VolkswagenStiftung, in Kooperation mit den Freunden der Herrenhäuser Gärten.