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StudyUp-Award 2025 für Marie Kolschs Masterarbeit: Bewegungslandschaften

StudyUp-Award 2025 für Marie Kolschs Masterarbeit: Bewegungslandschaften

© Marie Kolsch

Für ihre hervorragende Masterarbeit „Freiraumplanung gegen Bewegungsmangel? Wie Städte Menschen bewegen – am Beispiel Hannover-Vahrenwald“ hat Marie Kolsch am 12. Juni 2026 auf unserer diesjährigen Absolvierendenfeier den StudyUp-Award 2025 erhalten. Verliehen wurde er von Björn van Herck und Claudia Kriebelt. Der von verschiedenen Unternehmen, Verbänden und Stiftungen gestiftete Preis würdigt exzellente Studienabschlussarbeiten (Bachelor und Master) in verschiedenen Disziplinen. Dafür müssen Studierende auch soziales Engagement vorweisen können. 

Kolsch erforschte, wie man öffentliche Freiräume gestaltet, um Bewegung bei Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren zu fördern. Bewegungsmangel ist ein ernstes Gesundheitsproblem in modernen Gesellschaften, da nur ein kleiner Teil der Erwachsenen die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Aktivitätsziele erreicht. Bewegungsarmut erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen. 

Basierend auf einer Literaturrecherche und einer sozioökonomischen, räumlichen Analyse des Stadtteils Hannover-Vahrenwald, entwickelte die Preisträgerin ein Freiraumkonzept. Ein Maximal- und ein Minimalentwurf zeigen, wie Bewegungsförderung mit unterschiedlichen Ressourcenumfängen möglich ist. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung von niedrigschwelligen Bewegungsanlässen und nicht-normierten Umgebungen. 

Perspektiven für eine gesundsheitsorientierte Freiraumplanung

Verhaltenswissenschaftliche Ansätze wie „Wahlarchitektur“ oder „Nudging“ stellte Kolsch als effektive Mittel vor, um Anreize zu Bewegung zu verstärken. „Wahlarchitektur“ bezeichnet die Gestaltung von Räumen, die Menschen in ihrem Verhalten beeinflussen. Durch das Anordnen, Vereinfachen oder Hervorheben von Optionen werden sie subtil bewegt, eine bestimmte Wahl zu treffen, ohne dass ihre Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird. 

Das Prinzip „Nudging“ spricht gestalterische Richtungslenkung durch Entscheidungspunkte an: So erscheinen beispielsweise Wege durch Bepflanzungen und Farbgestaltung attraktiver und ästhetischer und werden mehr genutzt als andere. Kolschs Entwurf zeigt, dass auch dicht besiedelte urbane Räume zu sogenannten Bewegungslandschaften umgestaltet werden können und somit zur Prävention diverser Krankheiten beitragen. Dies schafft neue Perspektiven für eine gesundheitsorientierte Stadtentwicklung.

Kolsch absolvierte Ihren Master Landschaftsarchitektur an der LUH. Sie entschied sich für das Thema, da Sport und Bewegung schon immer prägend für ihr Leben waren und sie brachte dies in das Studium der Freiraumplanung ein. „Hier habe ich die Möglichkeit gesehen, meine private Leidenschaft der Bewegung mit der Landschaftsarchitektur zu verknüpfen und zu schauen, wie Freiräume sich auf das Bewegungsverhalten der Menschen auswirken und welche Möglichkeiten wir als Landschaftsarchitekten haben, Bewegung positiv zu beeinflussen.“ 

Die Masterarbeit betreuten Prof. Christian Werthmann, welcher an der LUH am Institut für Landschaftsarchitektur und Entwerfen lehrt, sowie Professor Axel Haverich, ehemals an der Medizinischen Hochschule Hannover. Wir beglückwünschen Frau Kolsch für die erfolgreiche Absolvierung Ihres Masters und zum Gewinn des StudyUp-Awards 2025!