Studierende und Dozenten der Landschaftsarchitektur kommen Ende April aus Dar Es Salaam nach Hannover
Aufbauend auf lange Forschungskontakte zum Erosionsschutz am Mbezi River in Dar es Salaam gibt es in diesem Jahr erstmals einen Studierendenaustausch. Am 28. April treffen Studierende und Dozent:innen der ARDHI University in Dar es Salaam zu einem Gegenbesuch an der Leibniz Universität Hannover (LUH) ein, um sich knapp zwei Wochen lang über klimaangepasste, urbane Landschaftsarchitektur an deutschen Standorten zu informieren. Ihrem Aufenthalt war im März ein Tansaniabesuch von Studierenden des Instituts für Landschaftsarchitektur vorausgegangen, welchen Prof. Dr. Antje Backhaus und ihr Mitarbeiter Adrian Lichnowski aus dem Fachgebiet Grüne Technologien leiteten.
Beide erforschen naturbasierte Maßnahmen zum Erosionsschutz an den sandigen Ufern des Mbezi im Ukwamani/Kawe-Viertel der Metropole Dar es Salaam. Sie prüfen, mit welchen Lösungsansätzen in der Landschaft selbst die Auswirkungen der in Regenzeiten regelmäßig auftretenden Überschwemmungen der dicht bebauten, informellen Siedlungen minimiert werden können: Denn mit der Erderwärmung und stetig voranschreitenden Urbanisierungsprozessen im Einzugsgebiet schwillt der Fluss immer weiter an, höhlt Uferhänge aus und lässt sie abstürzen. Der transnationale und interkulturelle Austausch, wird gefördert von der BINGO Umweltstiftung und der Niedersächsischen Staatskanzlei sowie aus Studienqualitätsmitteln der LUH.
Programm in Hannover und Berlin
Im Hannover-Programm sind für die Gäste aus Tansania neben der gemeinsamen Studioarbeit eine Campus-Tour im Areal der Fakultät für Architektur und Landschaft, Führungen durch die Eilenriede und den Großen Garten von Herrenhausen und zum neu geschaffenen Wohnquartier „Herzkamp“ in Hannover vorgesehen. Bei einem gemeinsamen Fußballspiel und dem Besuch der studentischen Grillbar wird auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen. Die 15köpfige Gruppe verbringt außerdem noch zwei Tage in Berlin, um sich neben dem klassischen Sightseeing aktuelle Landschaftsarchitekturprojekte anzusehen und ein Planungsbüro zu besuchen.
Die Verbindung nach Dar es Salaam begann 2014 mit einer Doktorarbeit von Simon Onesmo Mpyanga bei Prof. Dr. Backhaus im Rahmen eines Dänisch-, Äthiopisch-, Tansanischen Forschungsprojektes (Water Resilien Green Cities in Afrika (WGA); gefördert von Danida). Herr Mpyanga ist Dozent an der School of Architecture Construction Economics and Management (SACEM) an der ARDHI University und zählt zu den erwarteten Gästen. Insebesondere die Problematik des Sandabbaus, der in Trockenzeiten auch aus dem Mbezi für den Bau von Betongebäuden entnommen wird und eine zentrale Ursache von Uferdestabilisierungen ausmacht, wird aktuell durch das Promotionsvorhaben von Adrian Lichnowski weiter bearbeitet. In der Mbezi-Fallstudie forscht er zu den Auswirkungen des Klimawandels, nimmt Sozialstrukturen sowie gesellschaftliche Probleme von Anrainer-Siedlungen in den Blick und entwickelt mögliche Aufklärungsszenarien für Einheimische.